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Das ist „der Neue“: Interview mit Ronny Weis

Donnerstag, 14.06.2018,

Ronny Weis (38) ist seit 1. Juni 2018 Geschäftsführer des International Shoe Competence Centers Pirmasens gGmbH. Er lenkt das ISC gemeinsam mit Dr. Kerstin Schulte, die gleichzeitig Institutsleiterin des Prüf- und Forschungsinstituts Pirmasens e.V. ist.

Die Branche kennt Sie als Mitarbeiter der Konstruktions- und Forschungsabteilung des PFI. Was ist Ihr Hintergrund?

Bereits als junger Mensch hat mich das Thema „Technik am Menschen“ fasziniert. Nach meiner Ausbildung zum Orthopädiemechaniker / Bandagist in Zweibrücken und Heidelberg habe ich mich, nach mehrjähriger Praxis im Beruf, dazu entschlossen, meinen technischen Horizont zu erweitern. Dies habe ich dann mit einem Diplom und anschließenden Masterstudium zum Ingenieur im Bereich Mikrosystemtechnik erfolgreich umgesetzt.

Über Studien-, Praktikums- und Abschlussarbeiten kam ich vom Projekt der „Vivo-äquivalenten Halswirbelsäule“ über einen Exoskelett-Arm zur Roboterfernsteuerung im Weltall zur Erfassung biomechanischer Kennwerte am Sportschuh. Dieses Thema hat mich letztlich ans PFI geführt, wo ich seit 2009 schuhrelevante Forschungsprojekte bearbeitete.

Was hat Sie dazu bewogen, sich für die ISC-Geschäftsführung zu bewerben? Was motiviert Sie für die neue Aufgabe?

Es sind ganz klar die vielfältigen Möglichkeiten, die sich aufgrund des breit aufgestellten ISC-Portfolios ergeben, sei es Aus- und Weiterbildung, Beratung oder Forschung und Entwicklung. Gerade unsere firmenindividuellen Trainings, bei denen wir die Teilnehmer in kleinen Gruppen coachen, sind – um es mit einem aktuellen Buzzword zu sagen – tatsächlich „customised“, also auf die speziellen Anforderungen jedes unserer Kunden zugeschnitten. Auch unsere Forschungsaktivitäten mit den Schwerpunkten Produktoptimierung von Schuh- und Lederwaren, Optimierung der Produktionsprozesse sowie der biomechanischen Eigenschaften von Schuhen oder sogar Orthesen bieten ein hohes Potential.

Wofür steht das ISC, was sind seine Stärken und Chancen? Gibt es Alleinstellungsmerkmale?

Ich sehe das ISC als den Ansprechpartner, wenn es um produktbezogene Schulungen und Trainings von Mitarbeitern geht, aber auch für die Entwicklung neuartiger Ansätze in Produktion und Vertrieb. Eine der Stärken des ISC ist natürlich das fachlich topp aufgestellte Expertenteam, das sich auch an neuartige Aufgabenstellungen schnell adaptieren kann.

Gibt es auch Schwächen oder Risiken im Aktionsbereich des ISC?

Natürlich, jeder Geschäftsbetrieb hat zwangsläufig Risiken. Man muss sich den Markt sehr genau ansehen und die Zeichen, die ausgesendet werden, richtig deuten, um zur richtigen Zeit das richtige Produkt anbieten zu können.

Was steht auf Ihrer ISC-Prioritätenliste ganz oben?

Wir werden die Möglichkeiten neuer Technologien und deren Einsatz nicht nur in Aus- und Weiterbildung, sondern auch in der Produktion sehr genau beleuchten und sicherlich diverse Lösungen hierzu umsetzen und anbieten.

Wie wichtig ist es Ihnen, die Internationalisierung des ISC – vor allem in Asien – voranzutreiben?

In Asien werden nach den jüngsten Statistiken 87 Prozent aller Schuhe weltweit produziert. Insofern ist die neugründete Niederlassung ISC Asia natürlich sehr wichtig. Wir setzen unsere Bestrebungen, in Asien präsent zu sein, mit Nachdruck fort.

Welche Aktivitätsfelder des ISC möchten Sie außerdem gerne ausbauen oder neu ansiedeln?

Wir verfolgen verschiedene Ansätze im Bereich digitaler Technologien beziehungsweise auch digitaler Medien.

Welche Bereiche sind echtes Neuland für Sie?

Durch meine vorherigen Tätigkeiten bin ich bereits vor meinem Start als Geschäftsführer mit dem ISC in Kontakt gekommen und würde in keinem Bereich „völliges Neuland“ sehen. Aber natürlich gibt es immer Aspekte, mit denen man nicht so vertraut ist. Man muss permanent dazulernen! Aber genau das macht es ja auch spannend.

 


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