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HDS/L-Symposium im ISC: Eine starke Veranstaltung

Freitag, 29.06.2018,

Am 28. Juni traf sich die Schuh- und Lederwarenbranche zur 10. Ausgabe des HDS/L-Symposiums im ISC Pirmasens. Spannende, inspirierende Vorträge zum Veranstaltungsmotto „Mode, Medien, Märkte“ beleuchteten die Herausforderungen, mit denen Hersteller und Handel heute und in Zukunft konfrontiert werden. 

 

Mehr als 100 Teilnehmer aus Industrie, Handel und Verbänden sowie der Presse waren der Einladung des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie in die Schuhmetropole Pirmasens gefolgt.

 

 „Wir freuen uns sehr darüber. Es zeigt, dass die Branche – trotz oder vielleicht gerade wegen der Digitalisierung – sehr viel Informations- und Gesprächsbedarf hat. Und nach wie vor großen Wert auf persönliche Kontakte legt“, sagt Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert.

 

„In der Tat ist die Mode-, Marken- und Medienbranche seit geraumer Zeit einem grundlegenden Wandel unterworfen. Mode ist schneller geworden. Kaum kontrollierbar. Trends werden nicht mehr von Designern diktiert. Trends entstehen heute viel öfter auf der Straße und werden durch die sozialen Medien in ihrer Reichweite und Vielfalt befeuert“, stellte der HDS/L-Vorsitzende Carl-August Seibel bei der Begrüßung fest. 

 

 

E-Commerce habe nicht nur die Konsumgewohnheiten verändert. Auch Herstellung und Vermarktung nutzen in zunehmendem Maße die Chancen der Digitalisierung. Prozesse werden beschleunigt. Der schnelle und effiziente Datenaustausch hat sich zur Königsdisziplin einer global vernetzten Branche entwickelt. Mehr denn je sind kreative und kompetente Köpfe gefragt, um die Fülle an strategischen, technischen und gestalterischen Aufgaben zu bewältigen. Seibel wies in diesem Zusammenhang auf das umfangreiche Bildungsangebot des ISC Pirmasens hin, das in diesem Tagen seinen 10. Geburtstag feiert und mit der neuen Doppelspitze von Dr. Kerstin Schulte und Ronny Weis in eine viel versprechende Zukunft startet.

 

Ist Deutschland auf Kurs?

 

Neue Perspektiven, Herangehensweise und Lösungsansätze vermittelten auch die hochkarätigen Referenten des HDS/L-Symposiums.

 

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank AG und Mitglied des EZB-Schattenrats, warf einen kritischen Blick auf unsere erfolgsverwöhnte Wirtschaft. Ist ein Ende des Aufschwungs in Sicht? Welche Rolle spielt dabei die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank? Der deutschen Wirtschaft prognostiziert Krämer zwei bis drei weitere gute Jahre. Aber „unter den glänzenden Oberflächen“ gebe es einige Risse, die Deutschland im europäischen Vergleich nur mittelmäßig erscheinen lassen. Schlechtes Internet, schlechte Straßen und eine drohende Hauspreisblase sind nur einige Beispiele. Um eine globale Inflation abzuwenden, ist eine Strategie der umfassenden Stabilisierung nötig, ist Krämer überzeugt. 

 

 

Einen detaillierten Einblick in die vielschichtige Arbeit der EU-Kommission ermöglichte der Vortrag von Dr. Stephan Nolte, der in Brüssel in der Generaldirektion für Handel in der Abteilung ökonomische Analyse tätig ist. Nolte ging auf auch für die Schuh- und Lederwarenbranche so brisante Themen wie Zollschranken und Ursprungsregeln entlang der globalen Wertschöpfungskette ein. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sollten die Angebote der EU-Kommission, z.B. in Form von Handelspräferenzen, nutzen, so sein Appell an die Branche.

 

Mode, Maschinen und Motivation

 

Mode und Medien unterliegen enormen Veränderungen. Wie entstehen Trends und was zählt? Künstliche Intelligenz oder Empathie? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ModEurop Trendexperte Martin Wuttke von der Berliner Agentur nextguruNow. Seine inspirierende Präsentation erlaubte einen ersten Einblick in die Farb- und Materialthemen der Saison Herbst/Winter 2019/20. 

 

Wie gelangt die Mode zum Kunden? Wie lassen sich die Kunden von heute begeistern? Noch vor ein paar Jahren waren Journalisten und Einkäufer die wichtigsten Gäste auf Modeschauen. Heute sind Influencer die gefeierten Akteure und dürfen auf keinem Fashion Event fehlen. Die Kommunikationsexpertin Judith Pierau von der Frankfurter Agentur FleishmanHillard entführte die Gäste in die für viele nach wie vor recht unübersichtliche Welt der Influencer Relations und zeigte auf, wie Marken der Schuh- und Lederwarenbranche Influencer für Image und Verkauf nutzen können.

 

Praktisches Know-how in Zeiten der Digitalisierung vermittelte im Anschluss der Beitrag von Hendrik Schabsky von der Atlas Shoe Company in Dortmund. Er stellte die digitale Produktionskennzahlen-Analyse zur Auswertung von produktionsrelevanten Informationen vor. 

 

Den Vorteilen der Digitalisierung stehen gravierende Veränderungen und Sorgen um die Zukunft gegenüber, die nicht wenige Menschen beunruhigen und um ihre Jobs fürchten lassen. Was also tun? „Veränderungen bieten immer auch Chancen“, ist Prof. Dr. Martin-Niels Däfler überzeugt. Sein abschließender Vortrag mit dem Titel „Früher war die Zukunft auch besser“ entließ die Teilnehmer des Symposiums mit dem Appell, mehr Flexibilität an den Tag zu legen und Veränderungsbereitschaft vorzuleben. „Bleiben Sie gelassen“, machte Däfler der Branche Mut. Veränderungen gab und gibt es schon immer. 


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