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[German only] cads tagt bei Erren Recondition

Monday, 17.12.2018,

Zur cads-Mitgliederversammlung, die am 12. und 13. Dezember beim Mitgliedsunternehmen Erren Recondition im niederländischen Arnheim stattgefunden hat, durften HDS/L-Geschäftsführer Manfred Junkert und der cads-Vorsitzende Michael Tackenberg 90 Teilnehmer begrüßen. „Toll, dass cads sich so gut entwickelt. Wir haben mittlerweile 83 Mitgliedsunternehmen. Allein in diesem Jahr sind sieben Unternehmen, darunter Schuh- und Lederwarenhersteller sowie Prüf- und Umwelt-Institute, hinzugekommen. Zwei weitere sind an einer Mitgliedschaft interessiert“, so Tackenberg. Er bedankte sich außerdem bei den Arbeitsgruppen, die sich über die eigenen Belange hinaus für die Ziele von cads engagieren. Mit der neuen Arbeitsgruppe „Umwelt“, die 2019 startet, ist die Zahl der Gruppen auf insgesamt neun gestiegen. 

 

Neue cads-Publikationen

 

cads legt höchsten Wert darauf, die selbst gesetzten Grenzwerte, von denen viele strenger als die gesetzlichen Richtlinien sind, nicht nur im Rahmen der eigenen Produktionsabläufe anzuwenden, sondern darüber hinaus auch weltweit bei Materialherstellern und der Zulieferindustrie zu verbreiten. Daher freute sich Michael Tackenberg, die 6. Auflage der Restricted Substances List (RSL) präsentieren zu können. Das „Verzeichnis eingeschränkt nutzbarer Substanzen in Schuhen“ ist ab Januar 2019 auf Deutsch und Englisch erhältlich. cads-Mitglieder können es über die cads-Webseite bestellen.

 

Bei cads geht es jedoch um mehr als um Schadstoffvermeidung. „Ziemlich genau vor einem Jahr haben wir die Erweiterung unserer Aufgaben und Ziele um das umfassende Thema Nachhaltigkeit bekanntgegeben“ so Tackenberg. Dazu hat cads Standards mit dem Titel „Die Qualitätsgemeinschaft für eine nachhaltige Entwicklung der Schuh- und Lederwarenprodukte“ formuliert. Sie sind im neuen Mitgliederhandbuch festgeschrieben, das den cads-Mitgliedern im Januar 2019 übergeben wird.

 

 

Inspirierende Vorträge

 

Die cads-Mitgliederversammlung wartete auch mit spannenden Vorträgen auf. Der Unternehmensberater Peter Holzer thematisierte die Schluchten, die sich in vielen Unternehmen auftun: zwischen Incentives und echtem Commitment, zwischen gestiegenen Anforderungen und sinnhafter Arbeit, zwischen finanziellem Erfolg und Menschlichkeit im Business. Drei Viren hindern viele Unternehmen an einer erfolgreichen Zukunft: Der „Input-Virus“ (wozu?), der „Instant-Virus“ (Geschwindigkeit) und der „Gemocht-werden-wollen-Virus“. Holzer regt zu „Kulturveränderungen“ an und appellierte an die Teilnehmer, die Komfortzone zu verlassen. „Vermeintliche Sicherheit ist gefährlich. Über Klartext und offene Kommunikation kann es gelingen, das ganze Unternehmen hinter sich zu vereinen und stark in die Zukunft zu führen.“

 

Der Nachwuchskräftemangel stellt die Branche vor große Herausforderungen. Bei Erren Recondition, einem Unternehmen, das sich auf Reparatur und Reinigung von schadhaften Schuhen, Lederwaren und Produkten des täglichen Bedarfs spezialisiert hat, ist die Nachfolge geregelt. Inhaber Peter Erren zeigte auf, wie ein traditioneller Betrieb mittlerweile in der vierten Generation in ein modernes Unternehmen überführt wurde. 

 

 

Aus- und Weiterbildung war auch das Thema von Detlef Braun von der Textilakademie NRW in Mönchengladbach. Die noch junge Akademie ist die modernste, die es derzeit in Deutschland gibt. Kein Papier, keine Bücher: Der Unterricht findet komplett digital statt. Darüber hinaus nutzen die Schüler auch Einrichtungen der benachbarten Hochschule. An der Textilakademie NRW lernen Auszubildende wie auch Studenten, und es lehren Gewerbelehrer und Professoren. Detlef Braun zeigte auf, wie sich junge Menschen für unsere Branche begeistern lassen. Er stellte aber auch klar: „Digitalisierung ersetzt nicht den persönlichen Unterricht.“

 

Mode nachhaltig zum Erfolg machen!

 

Nachhaltigkeit, CSR und Umweltbewusstsein sind unerlässlich, um Mode zum Erfolg zu machen – bei cads ebenso wie bei der C & A Foundation, einer Stiftung des Textilgiganten C & A mit Sitz in Amsterdam. Sie konzentriert ihre Arbeit auf die Förderung nachhaltiger Baumwolle, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die Beseitigung von Zwangs- und Kinderarbeit, die Förderung der Kreislaufwirtschaft und die Stärkung von Gemeinschaften. Sie unterstützt Programme und Initiativen, die Mode in eine faire und nachhaltige Branche verwandeln, in der jeder – vom Landwirt bis zum Fabrikarbeiter – Erfolg haben kann. Douwe Jan Joustra, Leiter der Abteilung für den kreislaufwirtschaftlichen Transformationsprozess, arbeitet an der Implementierung zirkulärer Geschäftsmodelle in der Modebranche. Er ist überzeugt davon, dass die Kreislaufwirtschaft der erfolgversprechendste Weg für einen Wandel hin zur Nachhaltigkeit ist und in der Konsequenz ein gutes Leben für den Menschen und den Erhalt der Natur ermöglicht. 

 

 

In seinem zukunftsweisenden Vortrag zeigte Joustra auf: „Es ist an der Zeit, die Kleidung zu überdenken und sich auf eine neue Art von Industrie zu konzentrieren. Eine, die sichere Materialien verwendet und wiederverwendet. Eine, die Ökosysteme wiederherstellt und regeneriert. Eine, die den Menschen würdige Arbeitsmöglichkeiten bietet, indem sie Produkte herstellt, die komplett recyclingfähig sind.“ Er forderte die Branche auf, Altes hinter sich zu lassen und mit Start-ups und Querdenkern zusammenzuarbeiten, beispielsweise die Initiative „Fashion for good“. „Es geht darum, Experimente zuzulassen, um echte Innovationen hervorzubringen“, so Joustra.

 

Veränderungen im Vorstand – Gründung eines Beirats

 

Im Rahmen der cads-Mitgliederversammlung wurden Vorstand und Geschäftsführung einstimmig entlastet. Eine personelle Veränderung im Vorstand ergab sich durch das altersbedingte Ausscheiden von Dr. Siegfried Schwarzer (HR-Group). Der Vorstand besteht nunmehr aus dem Vorsitzenden Michael Tackenberg (Gabor) sowie Andreas Tepest (Deichmann) als stellvertretendem Vorsitzenden. Weiter im Vorstand: Andreas Burmeister (Wortmann), Christian Ludy (Lowa), Sven Reimers (Lloyd) und Holger Schäfer (ara). Darüber hinaus wurde ein cads-Beirat ins Leben gerufen. Er besteht aus Christian Ohnmacht (Ricosta), Wolfgang John Pohl (HR-Group), Fatos Gencer (Birkenstock) und Jens Haasler (Görtz). Weitere Mitglieder haben Interesse an der Mitarbeit bekundet.

 


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